Plaidt/Miesenheim

Das Lager Plaidt/Miesenheim (PWTE A14)

Offizielle Bezeichnung: Prisoner of War Temporary Enclosure A14
Existenzdauer: Mit­te April 1945 bis 8. Mai 1945

Aufbau und Struktur des Lagers

Die US-ame­ri­ka­ni­schen Trup­pen hat­ten im April 1945 zwi­schen Plaidt und Mie­sen­heim ein Sam­mel­la­ger für deut­sche Kriegs­ge­fan­ge­ne auf­ge­baut. Immer mehr deut­sche Sol­da­ten wur­den dort unter­ge­bracht, bis das Lager schließ­lich über­füllt war und Gefan­ge­ne in das Lager in Rema­gen und spä­ter nach Ander­nach ver­legt wer­den muss­ten. Auch Frau­en, die ver­däch­tig waren, dem NS-Staat gedient zu haben, wur­den hier inter­niert.

Lebensbedingungen

Im Lager Plaidt/Miesenheim gab es ein gro­ßes Laza­rett­zelt, in dem auch die weib­li­chen Gefan­ge­nen sowie die Offi­zie­re unter­ge­bracht waren. Die gro­ße Mehr­heit der Gefan­ge­nen muss­te aller­dings unter frei­em Him­mel leben.

Die Ver­sor­gung mit Lebens­mit­teln und Trink­was­ser war – wie in allen Rhein­wie­sen­la­gern – auch in Mie­sen­heim ein Pro­blem. Daher wur­de der Spreng­wa­gen der ört­li­chen Feu­er­wehr zum Ver­tei­len des Was­sers im Lager genutzt. Die deut­sche Bevöl­ke­rung in der Umge­bung führ­te Samm­lun­gen durch, um die Gefan­ge­nen mit Klei­dung und Decken zu ver­sor­gen. Zu Kon­tak­ten kam es zwi­schen der Zivil­be­völ­ke­rung und den Gefan­ge­nen auch bei Arbeits­ein­sät­zen in den umlie­gen­den Dör­fern. Eini­ge ame­ri­ka­ni­sche Sol­da­ten erlaub­ten auch den Aus­tausch von Lebens­mit­teln und Brie­fen am Lager­zaun in Plaidt/Miesenheim.

Auflösung des Lagers

Das Lager Plaidt/Miesenheim war schnell über­füllt: Am 22. April 1945 waren ca. 85.000 Gefan­ge­ne inhaf­tiert, so dass es zu ers­ten Ver­le­gun­gen in die nahen Lager Rema­gen und Ander­nach kam. Auch die ers­ten Ent­las­sun­gen sind für den 26. April 1945 ver­bürgt. Die ame­ri­ka­ni­schen Trup­pen lös­ten das Lager in Plaidt/Miesenheim schließ­lich am 8. Mai 1945 auf und ver­leg­ten die ca. 40.000 Gefan­ge­nen nach Ander­nach.

Quelle

Gückel­horn, Wolf­gang und Kurt Klee­mann: „Das Lager A11 in Mie­sen­heim und Ander­nach“. In: dies.: Die Rhein­wie­sen­la­ger Rema­gen und Sin­zig. Fak­ten zu einem Mas­sen­schick­sal 1945. Eine Doku­men­ta­ti­on. Aachen 2013, S. 77ff.