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Herzlich willkommen auf den Seiten der Landeszentrale für politische Bildung Rheinland-Pfalz (LpB) zu den alliierten Kriegsgefangenenlagern entlang des Rheins.

In den letzten Monaten des Zweiten Weltkriegs – im März, April und Mai 1945 – gerieten Millionen deutscher Soldaten in Kriegsgefangenschaft. Die alliierten Streitkräfte waren auf eine solch große Zahl von Kriegsgefangenen in einer so kurzen Zeitspanne nicht ausreichend vorbereitet. Daher wurden die Soldaten sowie uniformierte oder verdächtige Zivilisten zunächst in provisorischen Lagern am Rhein – den sogenannten Rheinwiesenlagern – interniert. Während es an Unterkünften, Nahrung und Medizin für alle Menschen in Deutschland mangelte, war auch das Leben der Kriegsgefangenen gekennzeichnet von Hunger, Krankheiten und völlig unzureichenden hygienischen Verhältnissen. Die meisten der ab April 1945 errichteten Lager bestanden nur wenige Monate oder Wochen und wurden bereits im Sommer bzw. Herbst 1945 wieder aufgelöst.

Regentag

„Regentag“, Bretzenheim 1945, Zeichnung Wilhelm Götting, © VG Bild-Kunst, Bonn 2014, Quelle: Dokumentationszentrum Bretzenheim; Fotografie Remagen, Quelle: Bückelhorn/Kleemann 2013.

Heute sind die Rheinwiesenlager, ihre Ursachen und Folgen zumeist nicht mehr bekannt. Wenn daran erinnert wird, entstehen oft stereotype Vorstellungen des Leids, die den historischen Hintergrund ausblenden. Vertreter der extremen Rechten nutzen die Thematik und verbreiten falsche, übertriebene oder aus dem Zusammenhang gerissene Darstellungen der Bedingungen in den Kriegsgefangenenlagern, um Stimmung gegen demokratische Werte zu machen. Die Rheinwiesenlager müssen aber mit dem politischen und militärischen Geschehen vor 1945 in Verbindung gebracht werden, denn die Lager sind eine Folge der NS-Diktatur, des von Deutschland ausgehenden Zweiten Weltkriegs sowie der nationalsozialistischen Verbrechen gegen die Menschlichkeit.

Die Landeszentrale für politische Bildung Rheinland-Pfalz setzt sich daher für die historische Aufarbeitung der Thematik ein. 2012 fand unter dem Titel „Kriegsgefangenenlager 1939-1950. Kriegsgefangenenschaft als Thema der Gedenkarbeit“ eine Fachtagung statt, in der bekräftigt wurde, dass die Rheinwiesenlager mit dem Geschehen vor 1945 in Verbindung gesetzt werden müssen und nicht isoliert betrachtet werden können. Denn die Lager sind eine Folge der NS-Diktatur, des von Deutschland ausgehenden Zweiten Weltkriegs sowie der nationalsozialistischen Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Einer Instrumentalisierung durch rechtsextreme Kreise und dem damit einhergehenden unwürdigen Umgang mit dem Schicksal der deutschen Kriegsgefangenen werden wissenschaftliche Fakten entgegengesetzt. Diese Internetseite dient deshalb als informative und fundierte Handreichung für Interessierte, Lehrer und andere Multiplikatoren.

Autorin: Christiane Weber
Verantwortlich: Wolfgang Faller
Redaktion: Uwe Bader


Gedankt wird dem Dokumentationszentrum Kriegsgefangenenlager Bretzenheim sowie den Regionalhistorikern mit Schwerpunkt Rheinwiesenlager in Remagen und Sinzig für wertvolle Hinweise und vielfältige Unterstützung.